Ein Erfahrungsbericht.
Es sind nun bereits mehr als zwei Jahre her, dass ich aus Ghana zurück bin. Erinnerungen verblassen. Da gibt es nur eines: Aufschreiben! Eine gute Hilfe, mal wieder zu erinnern, wie es damals war, sind die Briefe, die ich regelmäßig an meine Geschwister geschrieben habe. Mein ältester Bruder hat die Briefe aufgehoben und mir wieder gegeben, als ich zurückkam. Nach und nach, wenn ich gerade Zeit und Lust habe, nehme ich sie aus meiner Schublade heraus, überarbeite sie (straffen) und bringe sie unter „Briefe aus Ghana – Franz schrieb damals….“ hier in meine Page. Die Fotos, die ich damals gemacht habe, sind eine gute Ergänzung. Immerhin bin ich bereits bei ‘Teil 11 angekommen.
Nun möchte ich eine andere Begebenheit aufgreifen. Die habe ich 2002 in Tatale erlebt. Tatale ist unsere Haupstation im Bistum Yendi, Nordost von Ghana an der Grenze nach Togo. Dort war der indische Steyler Missionar James Arul Missionar und Pfarrer. Seine Rückversetzung nach Indien stand bevor. Er wollte aber noch drei bereits angefangene Kapellenbau-Projekte zu Ende führen. Das war für in eine stramme Zeit, diese Kapellenbauten noch innerhalb von drei Monaten zu beenden. Mit dem Bischof Boi-Nai setzte er einen Termin für die Einweihung fest. Der Einfachheit halber sollten die Einweihung an drei nachfolgenden Tagen sein.
Das klingt recht ungewöhnlich, ja einmalig. Ich hatte mit James irgendwann mal Freundschaft geschlossen und ihn öfters besucht. So hatte er mich zu diesem „Triduum“ eingeladen. Es versprach, für mich eine recht interessanate Sache zu werden.
Nun denkt man auf den ersten Blick: Drei Kapellen und dreimal das Gleiche! Sicherlich läuft die eigentliche Weihe, der Ritus, immer gleichen ab. Aber: Die Kapellen sind in verschiedenen Dörfern, in verschiedenen Gemeinden, bei verschiedenen Leuten. So ist das „Drumherum“ immer verschieden. So etwas ist ein grosses Ereignis für das ganze Dorf. Es sind offizielle Vertreter des Dorfes anwesend, ja das ganze Dorf ist anwesend. Auch der Cheef (Bürgermeister) macht seinen eigenen „Weiheritus“. Das Herausgenommensein des Gottesdienstraumes aus dem Profanen, Alltäglichen, ist auch Teil der traditionellen Kultur. Danach folgt jeweils eine Feierlichkeit, ein „Sitting“
Der Text unter den Bildern gibt weiteren Aufschluß. Er ist eine Art Bildgeschichte. So möchte ich dem Leser bzw. Betrachter einen kleinen Einblick in kirchliche, aber auch weltlichen Feierlichkeiten geben. Alles ist integriert, bzw. inkulturiert in die traditionellen Lebensgewohnheiten der dortigen Menschen.
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| Tatale – Drei Kapellen werden eingeweiht -2003 |
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