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zum 2. Advent

Zum 2. Advent-Sonntag

 Das ist das Thema des zweiten Sonntages im Advent. „Bereitet den Weg des Herrn“.

 

Allen meinen Mitbrüdern,

Verwandten,

Freunden  und

Bekannten

wünsche ich hiermit ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, sowie

ein gutes Neues Jahr.

Hier habe ich noch ein paar gute Gedanken:

Der Fremde.

Er kam zu uns herein:

 ein Unbekannter jedenfalls,

ein Bettler – vielleicht,

ein Betrüger, wer weiß.

Er setzte sich mit an unseren Tisch,

und siehe da,

was wir zum Essen vorbereitet hatten,

rückte er uns hin, bot es uns an,

mit einem Lächeln

so, als hätte wir es ihm zu danken.

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Aus dem Buch „Deutlicher leben“ von M. Zielonka

Advent-Weihnacht

Wachet und betet.

Das ist das Thema des ersten Sonntag im Advent. Diese Dekoration habe ich für unseren Speisessal angefertig.

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Dekoration im Speisesaal

3. Advent - "Bekehret euch".

 Das ist das Advent-Design vom 3. Adventsonntag. Der Sonntag steht unter dem Thema „Bekehret euch“.

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Dekoration im Speisesaal

Der vierte Sonntag im Advent 2009

 

Das ist die Dekoration zum vierten Advent-Sonntag.

Damit ist das Projekt „Dekoration im Advent 2009″  abgeschlossen.

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Ohne Zweifel interessieren mich auch Lebensschicksale Afrikanischer Frauen.

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Waris Dirie: „Nomadentochter“.

Hörbuch:    Bei „Litera“

Diri ist Botschafterin der  UN  für Frauenfragen. Nach ihrer Flucht aus Somalia vor 20 Jahren besucht Waris ihre Familie in Somalia. Sie erlebt ihre Familie, eine Nomadenfamilie, und deren Umwelt aufs Neue. Jetzt aber ganz anders. Sie erlebt eine Kultur und eine Religion, in der Frauen nichts gelten und nur die Männer das Sagen haben. Sie erlebt das Gefühl von Geborgenheit durch die eigene Familie und deren Stamm, aber stellt fest, dass das nicht mehr ihre Welt ist, in der sie leben könnte. Sie erlebt aufs Neue die Unterdrückung der Frau durch Strukturen ihrer Kultur wie Beschneidung, soziale Zurücksetztung  und Abhängigkeit vom Mann.

Gute Schilderng von Kultur, Gebräuche, und soziales Gefüge von Somalia, aber auch die Zerstörung eines ganzen Landes durch Krieg und Gewalt.

Gehört Oktober 2009

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Darüber hinaus interessiere ich mich auch über Lebensschicksale aus anderen Kulturen.

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Marina Nemat: „Ich bitte nicht um meine Leben“.

Eine junge Christin entflieht dem iranischen Terrorregime.

Hörbuch bei Lübbe Audio.

Die junge Christin Marina lebt im Iran unter der Herrschaft von Ayatollah Khomeini. Sie rebellierte gegen die allgemeingegenwärtige Unterdrückung, wohlwissend, dass sie sich in Lebensgefahr begibt: die 16-jährige wird verhaftet, gefoltert und schließlich zum Tode verurteilt. Der Gefängsniswärter Ali eröffnet ihr einen letzten Ausweg: Er wird ihr Leben retten – doch nur, wenn sie bereit ist, ihn zu heiraten…..

Eine wahre Geschichte vom Überleben in restriktiven Gemeinschaften!

Gehört Oktober 2009

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Sabine Kuegler:

„Dschungelkind“ – Das Mädchen, das aus der Steinzeit kam.

Hörbuch bei  Deutsche Grammophon – Literatur

Vom CD-Cover:

Sabine Kueglers Geschichte beginnt, als sie mit fünf Jahren als Tochter deutscher Sprachforscher und Missionare nach West Papua kommt. Die Familie lebt mitten im Urwald mit dem Fayu-Stamm, der für Kannibalismus und unvorstellbarer Brutalität steht. Erst langsam lernen die Stammesmitglieder zu lieben statt zu hassen, zu vergeben statt zu töten. Für die heranwachsende Sabine ist der Stamm jedoch Teil ihrer selbst, ihres Lebens: Sie ist keine Deutsche mehr, kein weißes Mädchen aus Europa, sie wird eine Eingeborene, die schwimmt und jagt, fühlt und handelt wie eine Fayu. Als sie mit 17 Jahren auf ein Schweizer Internat geschickt wird, ist das ein katastrophaler Einschnitt für sie. „Angst habe ich erst hier gelernt“, sagt sie. Und ständig spürt sie die Sehnsucht – sie wird in den Dschungel zurückkehren, um herauszufinden: Wo gehöre ich hin? Wer bin ich eigentlich, Fayu oder Europäerin?

Gehört Oktober 2009

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Angelika Schrobsdorff:

„Wenn ich dich je vergesse, oh Jerusalem…..“

Hörverlag Ullstein

>>…sah ich die Schönheit der alten Gebäude und Gewölbe, der Tore und Bogengänge, spürt das Mysterium und die Magie einer zweitausend Jahre alten, von drei Religionen als heilig erklärten, immer wieder zerstörten, immer wieder aufgebauten Stadt.

>Eine furchtbare Stadt<, hatte Jane einmal gesagt, >jeder Stein trieft von Blut.< > Warum wolltest du dann unbedingt hier leben?<

>Das ist eines der Geheimnisse Jerusalems. Man liebt es trotzdem<<.

Text vom Cover.

Angelika Schrobsdorff verbrachte ihre frühe Kindheit in Berlin, musste 1939 mit ihrer Mutter nach Bulgarien emigrieren und kehrte 1947 nach Deutschland zurück. Von 1971 bis 1982 lebte sie in Paris. 1983 zog sie nach Jerusalem, wo sie seitdem wohnt.

Gehört November 2009

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Laurens van der Post:

„Die verlorene Welt der Kalahari“.  (Erstausgabe 1957)

Diogenes Taschenbuch

Es sind Kindheitserinnerungen, Geschichten aus dem Munde der Eltern und lückenhafte Berichte von Jägern, die im jungen van der Post den Plan legen, eine abgeschiedene Grupper der Buschmänner aufzuspüren. Doch erst als Erwachsener findet er Muße und Mittel, den Jugendtraum zu verwirklichen. Mit Freunden und Technikern und begleitet von eingeborenen Helfern, dringt er in die südafrikanische Wüstensteppe der Kalahari ein. (Klappentext)

Gelesen November/Dezember 2009.

Das Einlesen machte mir etwas Mühe. Ich gab aber nicht auf. Die Bezeichnung „Bushman“ ist mir von meiner Zeit aus Ghana her bekannt. Damit wurde jemand bezeichnet, der ausserhalb der Zivilisation lebt, im Busch und er wurde nicht ganz für voll genommen. Ich erinnere mich an einen CD-Film „God must me crasy“, der zeigt in etwas ulkiger Weise (nicht Ersnst nehmbar) das Leben dieses überlebenden Ureinwohners  der Kalahari.  Das Buch hat mich fasziniert. Völkerkunde im reinsten Sinn. Auch die Frage nach Gott wird vom Verfasser gestellt und vom Buschmann beantwortet.

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T e i l   –  7

                                                                                                                                                            Yendi, 11. April 2006

Hallo, lieber Bert und liebe Rosel!

Diesmal habe ich umgekehrt angefangen. Ich habe gleich vorne auf der ersten Seite dieses Briefes meine Fotos ausgedruckt. Irgendetwas in meinem Rechner (PC) stimmte nicht. Bevor alles zusammenkracht, habe ich schnell die Fots ausgedruckt. Schreiben kann ich ja auch von Hand, falls der PC nicht mehr mag oder ganz zusammenkracht. Nun gleich die Erklärung zu den Bildern. Mit meinem Besucher aus Berlin, der in diesem Jahr auch wieder kam, besuchten wir einen deutschen Mitbruder aus Wolfsburg. Mit diesem Kollegen besuchten wir eine Station der Steyler Missionsschwestern, die dort eine kleine Klinik führen. Sie mußten mal wieder Besuch bekommen. Die Schwestern auf dem Foto sind aus Polen, Deutschland (Münster) und aus Angola. – Das untere Foto zeigt mich selbst, als ich durch ein geschwärztes Glas nach der Sonnenfinsternis schaue. Am 29. März gab es über Westafrika eine totale Sonnenfinsternis. In Accra war die Sonne schwarz, hier im Norden, das sind 650 km weiter war doch noch eine Sichel der Sonne zu sehen. Ich dachte nicht, dass diese Entfernung soviel ausmacht. -

Bei euch in Deutschland sind noch winterliche  bis vorfrühlinghafte Temperaturen. Sie gehen runter bis 11 Grad. Das sehe ich in meinem Sateliten-TV in der Deutschen Welle. Hier braten wir wieder. Die Luftfeuchtigkeit geht schon bis auf 22 %. Nachts gehen sie seit zwei Tagen bis auf 55 % hoch. Also können wir uns bald auf einen Wetterwechsel einstellen. Auch der Südwind kommt jetzt öfters, der auch Wolken mitbringt.-

Gestern wurde endlich, besser gesagt heute nacht, der Chief beigesetzt, der vor vier Jahren bei einer Attacke seiner Gegner umgebracht wurde, beerdigt. Er bekam ein Staatsbegräbnis. Ein jahrelanger Streit, der wieder aufflammte, ein Streit zwischen den beiden Gruppen, die sich beim Regieren abwechseln. Man hatte sich jetzt endlich auf einen Modus geeinigt, der beide Seiten in etwa zufriedenstellt. Damit keiner auf dumme Gedanken kommt, ist die Präsenz von Soldaten und Polizei überproportional. Trotzdem hörte man gestern und auch heute Schießereien. Eben haben meine Leute erzählt, dass sie ein paar Häuser angezündet haben. Vielfach kommen aber auch Leute von woandersher, die hier dann Krawalle machen. Ich glaube, die Leute selber von hier, aus Yendi, wollen Ruhe haben. -

Es ist schon wieder Ostern. Die Zeit vergeht. Schon wieder bin ich mehr als zwei Monate hier. Meiner Gelbsucht geht es gut, sie läßt mich in Ruhe. Dafür plagt mich meine Bruchoperationsnarbe. Sie will nicht vernarben, ging schon zweimal auf. -

So, ich hoffe es geht euch gut. Bleibt gesund! Bis zum nächsten Brief grüßt Euch

Euer     Franz

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T e i l   8

 

Yendi, 4. Juni 2006

 

Liebe Rosel, lieber Bert !

Es ist an der Zeit, mich wieder zu melden. Heute ist Pfingstsonntag. Ganz herzlichen Dank für Eure Grüsse und Wünsche zu meinem Geburtstag. Der Brief kam zur richtigen Zeit an. Übrigens der einzige Brief, der zur richtigen Zeit ankam. Alle anderen kamen danach. Ich habe mich richtig gefreut über Eure Grüsse. Danke! -

Inzwischen hat Rosel ihren 80-zigsten Geburtstag gefeiert. Leider habe ich nicht geschrieben. Es war mir nicht bekannt, dass du feierst. Schade für meine Versäumnis. – Ich schreibe wieder von Hand. Mein PC tut es nicht mehr. Ich hatte ihn in Reperatur gegeben. Sie hatten etwas geändert dran. Es hat aber doch nicht geholfen. So werde ich mir  einen neuen Tower beschaffen müssen. Man ist versucht, Geld in Reperaturen zu stecken. Aber besser ist, gleich Geld für einen neuen auszugeben. Da hat man gleich etwas besseres. -

Bei uns ist inzwischen der Frühling angebrochen, bzw. die Regenzeit. Die braune Landschaft hat sich in eine grüne und blühende verwandelt. Damit beginnt aber schon wieder der Kampf mit dem Gras. Es wächst sehr schnell. Alle Farmer sind in voller Aktion auf ihren Feldern. Je schneller ausgesät wird, desto schnell kann geerntet werden. Der Regen muss noch regelmässiger kommen. Nach der Aussaat haben alle Angst, dass der Regen ausbleibt und die Felder abtrocknen. -

Habe ich lange Zeit wie ein Einsiedler gelebt, so bevölkert sich jetzt unser Haus. Es kamen vier junge Mitbrüder, die einen dreimonatigen Vorbereitungskurs auf ihre „Ewigen Gelübde“ machen. Abwechselnd kommen verschiedene Leute und geben ihnen Vorträge zu unterschiedlichen Themen. Jugend ist gut. Es wirft einen ewas heraus aus den gewohnten Bahnen und verlangt einem doch etwas mehr ab. -

Nach der Beerdigung des Yana-Chiefs normalisiert sich wieder einiges in Yendi. Polizei und Soldaten sind bis auf ein Minimum reduziert. Trotzdem kann es immer wieder kleine Probleme geben. Erst gestern gab es wieder Randalierer. Es gab angezündete Häuser und auch Verletzte. – Die ganze Sache mit den Chiefs hat wohl ihre Bedeutung verloren, das sehen inzwischen auch die Verantwortlichen ein. -

So ihr Lieben. Diesmal nur einen kurzen Brief mit nur wenigen Informationen. Foto gibt es wieder Einandermal.    Es grüßt Euch herzlich

Euer   Franz

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T e i l    9

Yendi, 27. August 2006

Liebe Rosel, lieber Bert!

 Der letzte Kontoauszug aus St.Augustin zeigt mir, dass am 26.7. Geld von Euch eingezahlt worden ist. Herzlichen Dank. Ich hatte bereits meine ganze Barschaft von meinem Accra Konto abgehoben, um es hier noch auszugeben. Es spricht sich herum, dass ich bald abhaue. So kommen noch schnell einige Bittsteller. „Es tut mir sehr, sehr leid, aber mein Geld ist einfach alle“, kann ich dann sagen. Ich habe Euch am 4.6. den letzten Brief geschrieben. Wenn so grosse Geschenke eingehen, dann muß ich ja wieder zur „Feder“ greifen um Euch zu schreiben. -

Hier ist die Regenzeit. Es regnet zwar, aber für die Bauern ist es noch nicht genug. Sie brauchen einfach mehr, damit es eine gute Ernte gibt. - Das Wetter ist etwas kühler geworden.  Hat zur Folge, dass ich nachts besser schlafen kann. Einige zeit- und wetterbedingte Krankheiten haben mich in letzter Zeit beschäftigt. Die Zeit zum auskurieren muss man sich einfach nehmen.

Wenn ich ernsthaft in meine nächste Zukunft blicke, sehe ich, dass  mein Abenteuer in Ghana in die letzte Phase geht. Was mich im Moment noch hält, ist die Tatsache, die Schwestern in Tamale noch besser in Buchbinderarbeiten zu trainieren. Alle Geräte und Materialien habe ich bereits Anfang August zu ihnen nach Tamale transportiert. An zwei Tagen in der Woche bin ich in deren Konvent und ich zeige ihnen alles. -

Meine Koffer wären schnell gepackt, falls die Abreise eher notwendig wäre.

So ihr Lieben. Das wäre es wieder für heute. Ob ich euch nochmals schreibe, kann ich jetzt noch nicht sagen.  

Herzlichen Gruß,     Euer     Franz

 

 

Yendi-Briefe -4

 

Klicke auf das Foto, dann öffnet sich das Album.

 

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Verehrter Leser!

Damit habe ich meine Serie „Briefe aus Ghana“ bzw. „Franz schrieb damals“ beendet. Die Teile 1-20 habe ich in Tamale geschrieben. Ich habe sie inzwischen alle aus meinem Blog herausgenommen. Oben habe ich nun die Briefe aus Yendi bearbeitet und in meinen Blog „Ghanadream“ hineingegeben. Die Fotos in dem angegliederten Web-Album sollen die Geschichte etwas anschaulicher machen. -

Diese Briefe habe ich an meinen ältesten Bruder und dessen Frau geschrieben. Als ich aus Ghana zurück war, hat er sie mir ausgehändigt und gab mir zu verstehen, dass ich aus diesen Briefen etwas machen solle. So habe ich mich drangemacht, sie alle, einer nach dem anderen zu bearbeiten. Für eine Veröffentlichungen bot sich meine eigene „Heimseite“ an. Ohne Zweifel liesse sich auch ein Buch daraus machen. – Denn die ganze Geschichte war für mich so spannend und abenteurlich, dass ich sie festhalten wollte. -

Mögen Sie alle, die Sie absichtlich oder unabsichtlich in diesen Seiten blättern, Freude und Spaß an meinen Erlebnissen haben und dass etwas „herüberkommt“ !

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Meine Erfahrung mit einer Intensiv-Fastenzeit.

 

Endlich war ich soweit. Ich wollte es wieder einmal wissen. Das Thema „Fasten“ hat mich schon immer interessiert, ja herausgefordert. Die Verwirklichung blieb bisher auf der Strecke. Was waren die Gründe? Keine Motivation, keinen Mut, keinen Mumm in den Knochen, zu wenig Vorbilder unter meinen Kollegen, keiner der mitmachen wollte, kein Antritt, die Scheu, etwas altmodisches zu tun, was schließlich jeder belächelt?  Es gab also genug Gründe, es nicht zu tun.

Damals in Berlin Anfang der 80er sammelten wir ein paar Leute um uns und versuchten mal eine Woche lang. War eigentlich nicht schlecht. Wir fanden uns jeden Abend zusammen und tauschten unsere Erfahrungen über unser Fasten durch den Tag aus. Nach einer Woche gab es dann eine Abschlußfeier. Jeder von uns war „stolz“ auf seine „erbrachten Leistungen“. Dies war eine durchaus positive Erfahrung in einer Fastengruppe.

Viel später dann in Afrika lebte ich in einem überwiegend muslimischen Umfeld. Hier kam ich in Kontakt mit islamischer Lebensart. Ich sah, wie selbst meine muslimischen Mitarbeiter den Ramadan äußerst ernst nahmen. Da gab es keine Ausnahme oder Entschuldigung. Tagsüber wurde, trotz oft schwerer körperlicher Arbeit, nichts gegessen und diese Fastenperiode konsequent durchgehalten. Jugendliche Mitarbeiter sagten mir: „Nein ich esse tagsüber nichts, danke“. Sie beschämten damit uns Christen. Und wie wurde dann der Schluß bzw. das Ende des Ramadan begangen! Es war ein rauschendes Fest, die ganze Stadt war nicht wiederzuerkennen, vor lauter Begeisterung.

Der Aschermittwoch 2009 kam. Mir ging es immer wieder durch den Kopf: Jetzt mußt du irgend etwas tun, jetzt hast du einen entsprechenden Rahmen, in welchem du es tun kannst, auch wenn du alleine bist!

Gut, die Dinge die mir wichtig waren:

Du hast einen äußeren Rahmen, eine überschaubare Zeit, du hast ein gutes Motiv, du hast Vorbilder, du kannst deine Solidarität zeigen mit deinen muslimischen Freunden, du bist dickköpfig genug, es durchzustehen, du willst mal wieder richtig deinen Magen brummen hören und du kannst dadurch deine Solidarität mit den Hungernden zum Ausdruck bringen. -

Mir ging auch immer wieder durch den Kopf, was wir so schön, meist unbewußt, in der Fastenpräfation beten: „Durch das Fasten des Leibes hältst du die Sünde nieder, erhebst du den Geist, gibst uns die Kraft und den Sieg…..“

Stimmt das, oder stimmt das nicht? Vielleicht auch nicht mehr, weil es unmodern geworden ist. Fasten des Leibes, was soll das. Man kann ja auch in etwas anderem fasten. Tut man das dann auch wirklich?

Gut, so würde ich klein dazufügen, es ging mir auch darum , ein paar Kilo abzunehmen, als  Nebeneffekt.

Also fing ich mit dem Aschermittwoch ernsthaft an.

Dann gab es neben dem eigentlichen Fasten, dem weniger Essen, auch noch das  Ausfüllen mit einem spirituellen Inhalt. Es gibt 30tägige Exerzitien, es gibt auch „Exerzitien im Alltag“. Also baute ich mir das alles selber zusammen, machte jeden Tag ein geistliches Programm und hielt es eben 40 Tage durch. Das Wegbleiben bei den gemeinsamen Mahlzeiten erschien mir auch als ein Problem. So legte ich mich auf eine normale Mahlzeit in der Gemeinschaft fest. -

Wie lief es ? Ich möchte hier nicht meine allerinnersten Gefühle und Empfindungen preisgeben. Fest steht: Ich war überglücklich es gemacht  und auch geschafft zu haben. Es war manchmal hart, der Magen brummte erbärmlich. Ich konnte jede Woche 2 kg Übergewicht herunter bekommen. Mein körperliches Wohlbefinden hat sich verbessert. Ich brauche keine Medizien mehr. Ich erlebte diese 40 Tage als eine wirklich instensive geistliche Einkehr. Ich glaube wirklich daran, was da in der Fastenpräfation steht, „…..erhebst du den Geist, unterdrückst du die Sünde…..“ Ich habe es am eigenen Leib erfahren. – Ich könnte mir vorstellen und ich würde mir wünschen, dass man das auch in einer kleinen Gruppe Interessierter machen könnte, mit täglichen Impulsen und Reflexionen. Vielleicht läßt sich das einmal realisieren.

 

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T e i l   5

 

Yendi, 21. April 2005

Liebe Rosel, lieber Bert!

Ich melde mich hiermit bei euch zurück, zurück unter den Lebenden! Über meine Unfallstory zu erzählen brauche ich in diesem Brief wohl nicht. Ihr werdet genug Informationen darüber erhalten haben. Fangen wir liebe an über das Wetter zu reden. Die Luft hier ist wieder klar und sauber, der nächtliche Sternenhimmel so klar und deutlich wie nie zuvor.  Der Staub aus der Sahara plagt uns nicht mehr. Der Wind kommt jetzt aus dem Süden. Die Luft bringt Feuchtigkeit mit und vereinzelt bereits Regen. Gesternabend gab es das erste nennenswerte Gewitter. Hatte ich zuerst vor, mir die Szenerie von außen anzusehen, verzog ich mich aber schnell in das Innere des Hauses. Die Blitze kamen gleich aus vier verschiedenen Himmelsrichtungen. Schlagartig folgte dann der Donner. Wie üblich kam dann der Wind und dann prasselte auch schon der ersehnte Regen herunter. Wie ich später festgestellt hatte, hat der Wind wieder ein paar Dachziegeln weggeblasen, einige von der Dachkante. Das Gewitter brachte wunderbare Abkühlung. Die Hitze war auch in der vergangenen Woche so drückend, dass jeder ahnte, dass der Regen jetzt bald kommt.

Yendi mausert sich zu einem ansehnlichen Marktflecken. Wird sie wohl in Zukunft an die alte Tradition von Handel und Verkehr anknüpfen könne, die sie einmal in früheren Zeiten als Königsstadt der Dagombas war? Im vergangen Jahr bekamen wir Strassenlaternen, jetzt ist eine Strassenbaufirm dabei alle Ausfallstrassen bis auf 5 km Länge zu teeren. Dabei werden viele alte Bäume, die noch aus der Zeit der Deutschen stammen, der Erweitung der Strassen weichen müssen.

Beinahe hätten wir in den vergangenen Wochen die Beerdigung des ermordeten Ya-Nah gehabt. Sie wurde aber wieder verschoben, weil man sich über die Zeremonie noch nicht geeinigt hatte. Auch ist die Nachfolge immer noch nicht geklärt. Es ist ein Gezerre. Die beiden Familien, die Anspruch auf die Regentschaft haben, können noch keinen Frieden machen. Freiwillige Helfer haben bereits den neuen Palast aufgebaut und der alte wurde wieder renoviert. Damit alles ruhig bleibt, haben sie hier 300 Polizisten zusätzlich angekarrt, in Tamale 500. So sieht das Ganze sehr militärisch aus. In Kumasi hatten sie eine Art Friedenskonferenz unter Vorsitz des Ashanteene, des obersten Chiefs der Ashanties. Der Übeltäter und Mörder wird wohl niemals gefunden werden. Die Leute im Süden Ghanas lachen inzwischen über die Starrköpfe im Norden.

Im Februar hatte ich wieder Besuch aus Deutschland. Manfred Schmitt aus unserer Pfarrei in Berlin, hat mich bereits zum Sechstenmal besucht. Er blieb ganze drei Monat hier, bewegt sich aber auch auf eigene Faus herum. In Kumasi hilft er auch einige Wochen in der Apotheke eines Krankenhauses aus. Wir hatten zwei schöne Woche hier in Yendi. Wir besuchten wieder unsere Mitbrüder auf den Stationen. – Wie ihr seht, bin ich wieder heraus aus dem Krankenhaus. Am Mittwoch, dem 6. April, hat man mich in Akwatia abgeholt. Donnerstagnachmittag hatten wir einen Termin bei dem holländischen Orthopäden in Techiman – er hat mich voher bereits untersucht-. Er war hocherfreut über mich und erklärte mich für gesund. Abends waren wir wieder in Yendi, in meinen eigenen vier Wänden. Die Gehstöcke habe ich seither nich mehr gebraucht. Das Treppensteigen macht noch etws Probleme, aber die gibt es hier im Haus kaum. Ich muß noch langsam machen und ich werde auch noch schnell müde. Aber das werden wir bald im Griff haben.

Gestern bin ich in Tamale gewesen. Ich habe unsere Studenten zu einem kleinen Umtrunk eingeladen, die im Tamale-Krankenhaus bei mir Nachtwache gemacht hatten. Dann war ich auch noch auf der Station, wo ich gelegen habe. Habe ein paar Geschenke an das Personal abgegeben. Auch die beiden ägyptischen Ärzte, die mich operiert hatten, konnte ich treffen. Alle waren hocherfreut mich wieder gesund zu sehen.

Es wäre die Zeit wert, wenn ich jetzt eine Art Nachreflexion halten würde, über meine Erlebnisse im Tamale Hospital und im St.Dominic’s Hospital in Akwatia. Das sind Dinge, die ich nicht vergessen werde. Ich bin unendlich dankbar für die selbstlose Hilfe von unseren Seminaristen, Mitbrüdern, Schwestern, Pflegepersonal, Ärzten. -

Bei euch möche ich mich noch bedanken für euren Brief vom 15. Februar, der nach Yendi ging und den ich jetzt erst aufgemacht habe. Mit meiner Anwesenheit zu Deiner Geburtstags-Nachfeier und anschließender Wanderung wird wohl nichts werden. Ich komme in diesem Jahr noch nicht nach Deutschland, bin erst im kommenden Jahr an der Reihe mit dem Urlaub.

Für Eure herzlichen Genesungswünsche mit dem Blümchen „Gute Besserung“ besten Dank. Auch Eure netten Telefonate haben mich erfreut.

So, für heute soll es wieder einmal genug sein. Bleibt gesund und laßt es euch gut gehen.

Euer    Franz

Briefe Yendi Teil 5

 

Bitte in das Bild klicken, dann öffnet sich das Album.

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Bevor ich den nächsten Brief schreibe, möchte ich noch kurz berichten, was zwischen diesem und dem folgenden Brief passierte.

 

Als ich in Tamale wegen des Blutergusses im Beckenbereich behandelt wurde, bekam ich zwei Bluttransfusionen. Sie waren mit einer Hepathitis B verseucht. Nach gut 6 Wochen brach die Gelbsucht aus. Ich wurde wieder in Aquatia bei den Dominikanerinnen behandelt. Nach gut  sechs Wochen schickte man mich zur weiteren Behandlung nach Deutschland. Dort kurierte ich bis Januar 2006 meine Hepathitis  aus. – Mit dem 29. Januar war ich wieder in Ghana. -

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T e i l   6

 

Yendi, 8. Februar 2006

Lieber Bert, liebe Rosel!

Dies ist der erste Brief den ich schreibe, seitdem ich wieder in Yendi zurück bin. Ich muß mich selber wieder ins Geschäft bringen. Zuerst muß ich mich aber  an alles gewöhnen, aufs  Neue. Mein Zimmer habe ich aufgeräumt und sauber gemacht, alles Sachen aus dem Koffer in den Schrank verstaut. Das Büro, das ich bisheran benutzt hatte, habe ich geräumt, weil es ja jetzt von meinem Kollegen benutzt wird, der inzwischen hier eingezogen ist. Das heißt also, dass wir jetzt zu Zweit hier im Haus wohnen. Meinen Bücherschrank habe ich bereits vorsortiert; das heißt dass ich alle Bücher, die ich nicht zurück nach Deuschland nehme, in unsere Hausbücherei gestellt habe, die ich eben eingerichtet habe. Alle Fotos habe ich aus meinen Albums herausgenommen und in Blechbüchsen verstaut. Von vielem habe ich mich bereits getrennt und ich werde die kommenden Monate mit leichtem Gepäck leben. – Das heißt also, dass ich ernsthaft damit rechne, nur noch einige Monate hier zu verbringen. -

Am Sonntag, dem 29. Januar erreichte ich gegen 14 Uhr Ortszeit Accra. In Dubei sah man den Leuten beim Einschecken an, dass es jetzt in Richtung Afrika weitergeht. Eine riesige Gruppe von Männern und Frauen, die an von einer Pilgerfahrt nach Mecca zurückkamen, waren auf dem Weg in ihre Heimat Westafrika. Es brauchte seine Zeit, weil sie viel Gepäck dabei hatten, das auch noch  beschriftet werden mußte. Ich hatte diesmal keinen Fensterplatz, wurde aber gewahr, dass unter uns sowieso nur ein braune Suppe zu sehen war. In Accra erwarteten mich Sauna-Temperaturen. Ich bestieg ein Taxi und schon war ich wieder in bekannter Umgebung in unserem Gästehaus. -

Am Montag machte ich noch einige Erledigungen. Das Problem, wie schnell nach Yendi kommen, erledigte sich pracktisch von selbst. Unser Bischof war hier und er versprach , mich bereits am kommenden  Tag nach dort mitzunehmen. Abends setzte ich mich mit zwei deutschen Mitbrüdern, die gerade zufällig hier waren, zu einem Drink zusammen. So konnte wir uns gleich die Neuigkeiten austauschen. Seit Dienstag-Nachmittag bin ich nun wieder hier im Haus. Wir sind nun hier zu zweit. Der Kollege schläft praktisch nur hier. Er arbeitet im Bischofshaus, weil er der zweite Mann nach dem Bischof ist, der Generalvikar. Er hat viele gute Ideen und wir diskutieren oft darüber. Er kam erst neulich von seinem Zweitstudium aus Indien zurück und steckt voller guter Pläne. Etwas sehr gutes hat er bereits erreicht. Er hat den Bischof überredet, endlich in sein neues Haus einzuziehen, dass schon über ein Jahr bezugsfertig ist.

Wie ich die Situation hier realistisch einschätze, wird es auch in Zukunft gut ohne mich weitergehen. Das ist klar. Manches wird sogar besser gehen. Was ich dann mit meinen Buchbinderei-Geräten mache, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. -

Ich schaue eben zum Fenster hinaus. Es ist wieder Harmattan. Das Thermometer geht bereits bis auf 38. Abends wird es kühler, da regt sich auch schon mal ein Lüftchen. Ich sitzte dann draussen, schaue in die Landschaft, bis die Dunkelheit kommt.

Mit Schwester Lukaris vom Akwatia-Hospital habe ich bereits Kontakt aufgenommen, weil ich dort zur Nachuntersuchung  hin soll. Sie hat mir gleich gesagt, dass ich zu früh zurückgekommen sei. Sie hat mir aber früher schon mal gesagt, ich solle überhaupt nicht mehr zurückkommen. Das war mir doch etwas zu stark. -

Also, ihr seht, dass ich auf alle Fälle hier weitermache. – Drucke gleich noch zwei schöne Fotos für euch aus. -

So, das wäre das allerwichtigste und allerneueste von hier.  Bleibt schön gesund und üaßt gut auf euch auf.       Euer Franz

T e i l  -  3

 

Yendi, 20. August 2004

Hallo, liebe Rosle, lieber Bert!

Hoffe, es geht euch gut. Schon längst wollte ich diesen Brief geschrieben haben. Ich fing bereits am 20. August an, aber inzwischen ist bereits der 30. August geworden. Am Wochenende zuvor besuchte ich einen jungen Mitbruder in Chereponi, das ist die von hier die am weitesten entfernte Station, etwa 90 min. Fahrzeit. Dort ist ein Pole, sehr sympatisch.  Normalerweise ist noch ein Chilene bei ihm , aber der ist zur Zeit in Urlaub. Das Lebensnotwendigste ist dort, aber man muß  auf einigen Comfort verzichten. Am Sonntagmorgen wollte er mich zum Gottesdienst in eine Außenstation mitnehmen, mit dem Auto. Es begann aber um vier Uhr morgens zu regnen, ein Wolkenbruch könnte man auch sagen. Erst gegen 8 Uhr ließ es etwas nach. Er beschloß daraufhin mit dem Motorrad zu fahren, in Gummistiefeln. Er mußte aber doch noch durch knietiefes Wasser waten. – Es regnet zur Zeit wirklich viel. Jeden Tag. Das ist ein Zeichen, daß die Regenzeit zu einem Ende kommt. Hier von unserem Haus aus kann ich die Regenschauer vorbeiziehen sehen. Die Blitze und die Donnerschläge sind entsprechend.-

In der Woche zuvor war ich in Accra. Ich holte dort meine Sachen ab, die im Container per Schiff seit Anfang Dezember unterwegs waren. Endlich sind die Sachen hier. Beim Auspacken kam ich mir vor wie an Weihnachten, ich meine wegen der Bescherung. Es waren wirklich schöne Sachen dabei, wie Konserven, Filterkaffee, Schokolade, Gebäck, sogar eine Flasche Wein. Dann mußte ich auch zur Deutschen Botschaft, wegen der Geschichte mit dem Verkauf des Hauses von Helmut und der Änderung des Testamentes. Leider ging es mir in dieser Woche gesundheitlich nicht so gut. Ich hatte mir eine schöne Malaria eingefangen und dazu noch Thyphus. Nach ein paar Tagen gewaltsamer Unterbrechung meiner gewohnten Arbeit ging es mir dann wieder besser. -

Wie mag es euch gehen? Ich hoffe doch gut. So will ich für heute schliessen.  Alles Gute,  

Euer   Franz

 

 

Yendi-Brief 2

Bitte ins Foto klicken, dann öffnet sich das Album.

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T e i l   4

 

Yendi, 20.1.05

Liebe Rosel, lieber Bert!

Du hast Geburtstag und deshalb gratuliere ich Dir ganz herzlich. 8o Jahre wirst Du! Welch ein bemerkenswerter und denkwürdiger Anlaß. So gehörst Du jetzt auch zum „Club der Achtzigjährigen“. Feiere recht ausgiebig und schön.

Rosel hat mich angefragt wegen des Thyphus. Das ist hier bei uns eigentlich nichts besonderes. Es gibt verschiedene Formen. Ich kann selber nicht sagen, ob es der gleiche ist, der früher mal so gefährlich war. Sicherlich hat man jetzt viel bessere Medizin. Man holt sich diese Krankheit durch das Essen und Trinken. – Aber schon bin ich wieder beim wichtigen Thema: Krankheiten. Mit meinen Leistenbruchproblemen habe ich Kurzenprozess gemacht. Ich habe ihn mir operieren lassen. Es kostete mich vier Wochen Zeit, eigentlich recht lange. Ich bin aber in den Süden zu unseren Schwestern gefahren, die haben dort ein gutes Krankenhaus. So hat ein deutscher Arzt mich operiert. Nun kommen aber wieder meine Magenprobleme hoch. Die konnte ich mir dort noch nicht behandeln lassen. Vielleicht haben wir auch noch nicht die richtige Medizin gefunden. -

Über Weihnachten und Neujahr war es ruhig hier. Es gab ja fast nur Feiertage. Warscheinlich aus Freude über die wiedergewonnene Wahl gab der Präsident Feiertage. Weil Weihnachten auf Samstag und Sonntag fiel, und da ja sowieso arbeitsfrei ist, wurden die beiden Weihnachtsfeiertag auch noch später nachgeholt. Also, zwischen den Feiertagen lief hier nichts. Genauso wie bei euch, könnte man sagen. Über die Feiertage hatte ich zwei Seminaristen hier. Es war wie eine Familienwerweiterung. So hatte ich Helfer um mich herum, und war nicht so alleine. Im vergangene Jahr über die Feiertage war ich auf einer Missionsstation bei einem Mitbruder. Da war auch Leben. -

Der Harmattan hat uns wieder ganz im Griff. Der Staub hängt wie Nebel herum. Das Staubwischen im Haus wird zu einem echten Problem. Am ulkigsten ist es, wenn ich des nachts die Taschenlampe anmache und ich dann im Dunkeln im Schein der Lampe die Staubteilchen herumspazieren sehe.

Man fragt sich ernsthaft, wie die Atemwege da noch normal arbeiten können. Wie üblich, ist auch meine Nase wieder zu. Nasenbluten, weil die Nasenschleimhäute ausgetrocknet sind. Das Gras ist vertrocknet, die Felder braun. Um unsere Eingrenzungsmauer haben wir diesemal einen Feuergürtel angelegt. Das heißt, gute drei Meter um die Mauer herum alles Gras abgemacht und verbrannt. So können die Flammen bei einem Buschfeuer nicht bis zur Mauer kommen und hinüberspringen. Es ist eigentlich verrückt, wie die Kinder mit dem Abbrennen des Grases spielen. Es ist wie ein Sport, wenn die Kinder im Kreis stehen, das Gras darinnen anzünden und nach den Mäusen und Ratten jagen, die aus dem brennenden Gras springen. Na ja, die Alten machen ihnen es noch vor : Es gibt richtig organsierte Treibjagten der Jäger, wo ganze Felder abgebrannt werden, um nach dem Kleingetier zu jagen. -

Es ist Gott sei Dank, ruhig hier herum, auch politisch. Die vormalige Regierungspartei hat wieder das Rennen gemacht. Präsident Kofur ist eine starke Persönlickeit. -

Ich habe jetzt für unser Haus hier ein Sateliten-TV angeschafft, mit mittelgrosser Salatschüssel. Jetzt sind wir rundum mit Nachichten aus der ganzen Welt versorgt. Die Informationen im BBC über den Tsunami im Indischen Ozean sehen sich ja wie ein Krimi an. Manchmal wird es einem aber auch zu viel, was sie da, und wie sie das alles bringe. -

So, ich mache ich wieder Schluß für heute.  

Es grüßt Euch  Franz

Meine Zeit in Tamale ist beendet. Hier war ich 6 Jahre. Anfang September 2003 brachte ich meine Sachen nach Yendi in das neue Distrikthaus der Steyler Missionare (SVD). Dann reiste ich nach Deutschland in meinen Urlaub. Während dieser Zeit nahm ich an der Heiligsprechung unseres Gründers Arnold Janssen und des ersten Missionars  unseres Ordens  dem Josef Freinademetz teil. Auch die grosse Feier in Steyl am nachfolgenden Sonntag besuchte ich. Anfang Dezember 2003 war ich in Ghana zurück und begann nun meine Arbeit in Yendi.

Die nachfolgenden Briefe stammen aus dieser Zeit.

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Ich möchte nur Auszüge aus den Briefen wiedergeben, die direkt auf mein Zeit in Yendi Bezug nehmen.

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T e i l    1

Yendi, 15. Dezember 2003

Liebe Rosel, leiber Bert!

Wieder schicke ich heute nur einen Rundbrief, also ganz allgemmein gehalten, der nur Informationen über die letzten Ereignisse wiedergibt.

Es soll aber auch ein Weihnachtsbrief sein.

Mein Cheff in St.Augustin brachte mich am 3.12 in aller Frühe nach Düsseldorf. Über London die üblichen Warteschleifen, ehe wie in den dicken Nebel eintauchten. Ich hatte vier Stunden Zeit zum Ausruhen, herumlungern und  „Fenstereinkaufen“. Als ich in der Schlange beim Abflugschalter die vielen schwarzen Gesichter sah, wußte ich, dass ich wieder zu Hause bin. Ich hatte einen Fensterplatz erwischt, den in der letzten Reihe. Aber was nützt ein Fensterplatz, wenn man unter sich nur die Wolken sieht. Die Erde war oft verschwunden. Die Kanalküste konnte ich erkennen, teile der franz. und afrik. Mittelmehrküste. Dann über Stunden nur Sand, Felsen, ausgetrocknete Flußtäler, aber keine Menschen. Dann kam der Harmattan, der Wind, der den Sahara-Sand nach Süden bläst. Hier war nur noch eine braune Suppe zu erkennen. Im Dunkeln erreichten wir Accra. Nun konnte ich unseren Vogel richtig anschauen. Das Leitwerk war wunderschön exotisch angemalt.

Mein jetztiger neuer Cheff holte mich am Flughafen ab. Und schon war ich wieder in die Saune eingetaucht, denn es war sehr warm. Zwei Tage blieb ich in Accra. Dann ab zum Norden. Kurzer Halt in Tamale. Die Strasse nach Yendi war inzwischen ein gutes Stück weiter gebaut worden, zum Teil schon geteert. Es reduziert die Fahrzeit um gut eine halbe Stunde. -

Nun war ich endlich am Ziel. Mein Provinzial hatte mir einen Brief ausgehändigt. Darin war zu lesen, dass meine Arbeit in Yendi mit dem 8. Dezember beginnen solle. Das war ja genau der gleiche Tag, an welchem ich  vor 6 Jahren in Tamale angefangen hatte. Nun bin ich längst etabliert, habe alle meine Sachen an der richtigen Stelle verstaut und bin bereits dabei, Bücher einzubinden. Vor allem liturgische Bücher warten darauf, bearbeitet zu werden.

Nun stehe ich jeden Morgen mit der Sonne auf, d.h kurz vor der Sonne. Ich stelle mich an mein Fenster, das gegen Osten zeigt und erwarte die Sonne. Sie steigt wie ein feuerroter Ball auf. Sie muß ihre Strahlen am Horizont durch einen Schleier von Staub senden. Der wirkt wie ein Rotfilter. Ich sehe auf das weite Land, es liegt mir zu Füssen. unser Haus liegt auf einem kleinen Hügel, hoch genug um nach unten in die Landschaft schauen zu können. Das Gras der Savanna ist braun, alles dürr. Die Mangobäume schauen wie grüne Farbtupfer aus dem Braun heraus. Mehr und mehr gibt es aber auch schwarze Tupfer. Das hängt mit dem Abbrennen der Grasflächen zusammen. Am Horizont, besonders abends und nachts, sehe ich Feuer. Eigentlich ist das Abflackern der Grasflächen verboten, aber viele Bauern tun es. Es ist aber auch die schnellste Art, die Felder sauber zu bekommen. Ach hier innerhalb unserer Mauern hat es wohl neulich gebrannt. Da kam das Feuer von aussen und sprang über die Mauer. -

Gegen 11 Uhr morgens kommt die grosse Hitze, es geht da bis 34 Grad hoch. Die Luftfeuchtigkeit bewegt sich von 25 zu 55 %. Oben wird es dann unangenehm, weil feucht. Hier oben auf dem Hügel unseres Hauses gibt es immer ein kühles Lüftchen.

So, was wird die Zukunft bringen? Dass muß ich jetzt ausloten. Man hat mich noch nicht festgelegt. Ich muß mich umschauen und Besuche machen. Hier in meinem Haus ist es oft recht ruhig. Wenn ich mehr Leben haben will, muß ich runter zur Missions gehen. Da ist immer Bewegung.

So, in Dankbarkeit denke ich an die Leute, die mir während meines Urlaubes zur Seite standen und mir auch etwas mit auf dem Weg gegeben haben. Das waren auch die Frauen der Missionsbastelgruppe aus Berlin, Heilig Geist unter der Leitung von Frau Arndt.

Herzlichen Gruß für heute,    Euer  Franz

Yendi-Album-Briefe

Bitte in das Foto klicken, dann öffnet sich das Album.

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T e i l   2

 

Yendi, 14. Januar 2004

 

Hallo, ihr Lieben!

Da bin ich wieder einmal. Nach mehr als sechs Wochen habe ich mich in meine neue Situation gut eingelebt. In einer Hinsicht bin ich noch nicht weit genug von Tamale weg. Schon ettliche Leute haben mich hier besucht. sie wollen mit eigenen Augen sehen, wie es mir hier geht. Aber es ist klar, manche Besuche sind „Zweckgebunden“, welcher Zweck da auch sein mag. Die Schreiner- und Schlosserjungens hole ich aber auch gerne nach hier, wenn es um praktische Dinge geht. Auch den Installateur hatte ich schon hier. Ich weiß, was ich an diesen Leuten habe. Sie machen gute Arbeit. Ich bin froh, eine Werkstatt mit einigermaßen guten Werkzeugen zu haben.

Heute hat mir jemand aus Berlin telefoniert, daß ich die Weihnachtsbriefe, die ich am 15.12 hier abgeschickt haben nun endlich in Deutschland sind. Nach einem Monat.

Wenn ich euch im letzten Brief vom Buschfeuer geschrieben habe, so war das Ganze nur ein Vorspiel. Es hat uns hier auch voll erwischt. In der Woche nach dem 3. Advent sprang das Feuer, getrieben durch den Wind, über unsere Mauer hinweg. Selbstverständlich hatte jemand von Außen das Gras abgebrannt. Vier Leute konnten einfach nur sprachlos zusehen, wie sich das Feuer durch die ganze Plantage fraß, ohne dass wir es stoppen konnten. Die Mangosetztlinge, etwa 80 Stück, waren nicht mehr zu retten. Die grösseren Cashews überlebten. Nun ist unser Paradiesgarten teilweise sehr schwarz. (Siehe Fotos im Web-Album) Gut, nach einige Zeit, besonders wenn dann später noch der Regen kommt, bringt die Natur neues Gras hervor. Wenn es Dunkel wird, sieht man am Horizont die Buschfeuer lodern, tagsüber steigt der Rauch hoch. Oft brennt es dort auch zwei oder drei Tage lang.

Wenn ich aus dem Fenster schaue, sieht es jetzt manchmal wie bei euch im November aus. Nur einen Kilometer Sicht. Morgens sind es um 21 Grad, mittags bis 35 Grad. Hier um unser Haus herum haben wir noch keine schattenspenden Bäume. Da knallt die Sonne voll herein. Selbst wenn ich oft alleine bin, fühle ich mich nicht einsam. Wohl ist tagsüber der Koch, und nachts der Watchmann da. Wenn ich einmal nach Tamale fahre, werde ich dort mit Büchern eingedeckt, die ich wieder in Ordnung bringen soll.

Am letzten Samstag luden mich die Leute meiner früheren Arbeitsstätte, das SVD-Seminar Tamale, zu einer Abschiedsparty ein. Es war mir klar, dass ich da nur viele Lobesworte zu hören bekam, und mir immer wieder gesagt wurde, wie schön und gut es doch  gewesen sei, als ich noch dort war. Ist ja auch gut, dass die Probleme von damals nicht mehr erwähnt wurden. Zwei schöne Ghana-T-Shirts haben sie mir geschenkt. Eine Abschiedsrede mußte ich auch halten. Dann sang ich ihnen den Reinhard Mai-Song vor: „Gute Nacht Freunde, es ist Zeit für mich zu gehn……“. Na ja, das war es dann wohl. Diese sechs Jahre sind unwiederruflich vorbei.

Ich habe jetzt auch einen Wachhund. Ich habe ihn von Tamale mitgenommen, eine „Sie“ und heißt „Sophie“. Wir müsssen sie jetzt eben mitversorgen. Manchmal müssen wir für sie seperates Essen kochen.

Die Zeit des Mobil-Telefons (Handy) ist auch hier angebrochen. Sie haben in Yendi jetzt einen Transmitter gebaut. Viele laufen mit solchen Dingern herum und tuen sehr geschäftlich. Ich habe mir auch ein solches Ding angeschafft, um Verbindung zu meinen Mitbrüdern zu haben. Damit könnte bald die Zeit unseres Sprechfunks im Yendi-Distrikt zu Ende sein.

So, ich glaube, das sind vorerst mal die allerwichtigsten Neuigkeiten von hier. Bleibt gesund und munter! 

Euer   Franz

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Schaue die Fotos zu diesem Brief im Bildteil an.

Exerzitien auf der Strasse – Kirche in Bewegung.

Bericht über die Fußwallfahrt der Kevelaer-Bruderschaft-Bonn vom 8. bis 15. August 2009.

Heute möchte ich euch darüber berichten, welche interessante Erfahrung ich in der vergangenen Woche gemacht habe. Ich möchte es einstufen unter dem Begriff: „Geistliche Erfahrung“.

Die Sache selber ist uralt. Im Mittelalter bildeten sich Bruderschaften für das organisierte Wallfahren. Hier in Bonn gibt es auch eine solche Bruderschaft. Sie wurde 1699 gegründet. In diesem Jahr wallfahrtete man also zum 310- ten Mal. Hier am Niederrhein waren es vor allem die Orte Kevelaer und Telgte, aber auch St.Matthias in Trier und Walldürn, die Pilger anzogen. Hatte ich vor gut zwei Jahren bereits an einer Fußwallfahrt nach Kevelaer teilgenommen, allerdings nur als ein Sechsstundenmarsch jeweils hin und zurück und ohne Übernachtung am Wallfahrtsort, so interessierte mich diesmal die Wallfahrt in mehreren Tagen. Dies wurde möglich vom 8. bis 15. August 2009 bei der Kevelaer-Bruderschaft in Bonn. Der Brudermeister mit Team hatte viel vorzubereiten, bei 140 Teilnehmern – hiermit ist bereits die Grenze der Machbarkeit erreicht. Ich möchte jetzt nicht alles aufzählen, an was da alles gedacht werden mußte. Es geht mir darum, meine eigenen Eindrücke zu reflektieren.

Die Herausforderung liegt nicht in den Füssen, sie liegt eindeutig im Kopf und im Herzen. Lasse ich mich überhaupt auf so etwas ein? Und lasse ich so etwas überhaupt an mich heran?

Es gibt ein Exerzitienmodell der Jesuiten in Berlin-Kreuzberg, das sich „Exerzitien auf der Strasse“ nennt. Für mich war diese Wallfahrt auch „Exerzitien auf der Strasse“, allerdings zwischen Bonn und Kevelaer.

Es wird dabei nicht nur beim Gehen selber gebetet, gesungen und betrachtet. Wir begannen jeden Morgen mit einer Gebetszeit in der Pfarrkirche des Ortes, wo wir nächigten. Da gab es auch einen Impuls von Kaplan Thomas Kuhl zum Leitwort “ Ich weiß, wem ich glaube“, bevor wir uns wieder auf den Weg machten. Nach der Mittagspause von etwa 2 Stunden wieder ein Wortgottesdienst mit sakramentalem Segen. Abends, als wir unseren Ort der Übernachtung erreichten, zuerst ein Wortgottesdienst in der Kirche. Der Pfarrer begrüßte uns dort. Unterwegs wurde gebetet: Der Rosenkranz, Gebetstexte  und Lieder aus dem Gebetbuch der Bruderschaft, und Betrachtungen, jeweils in einem zeitlichen Block von 45 Min. Dann gab es Sprechzeiten. Selbstverständlich dienten die Pausen auch zum gegenseitigem Gespräch.

Für mich war es das beste Beispiel, ein lebendiges Beispiel, wie Kirche sein kann und soll: Kirche in Bewegung, – Im wahrsten Sinne des Wortes, eine pilgernde Kirche.

Wir hatten alle das gleiche Ziel, geographisch wie geistlich.

Wir hatten eine Führung in der Organisation, eine Führung im Geistlichen.

Wir brauchten nur mitmachen, wir konnten uns „baumeln“ lassen.

Wir hatten einen Organisten, einen Chor, Vorbeter, Ministranten.

Wir hatten unsere Sanitäter.

Wir hatten Familien, die uns für die Nacht in ihre Häuser aufnahmen. Wir wurden erwartet.

Wir gaben ein starkes Beispiel, schon alleine durch unser Pilgern.

Wir zogen betend und singend durch Fußgängerzonen, über Marktplätze, durch Industriereviere.

Wir demonstrierten nicht nur unseren Glauben, wir provozierten auch. Manch interessanter Kommentar war von den Zuschauern zu hören. Wir gaben aber auch bereitwillig Auskunft, wenn wir angefragt wurden.

Wir wurden bestens verpflegt von Leuten am Ort, oft auch von Kevelaer-Bruderschaften.

Wir gingen bei jedem Wetter, heißer Sonne, Nebel, Regen, in der morgentlichen Dunkelheit.

Wir gingen nur mit leichtem Gepäck, weil wir unsere großen Rucksäcke und Koffer in einen uns begleitenden Lastwgen geben konnten.

 

Die Gründe zu wallfahren waren vielfältig, so vielfältig wie wir Leute waren. Im offenem Gesprächen kam manches zum Vorschein.

Hut ab! Vor Leuten, die da mitmachten. Kinder, Jugendliche, junge Eltern, ältere Damen und Herren im Ruhestand. Die Gruppe hatte eine sehr gute Altersstruktur.

Gefühle und Emotionen zu zeigen, da schämte man sich nicht. Es konnte einen „packen“, als wir in die Marienkirche in Kevelaer einzogen. Oder wer bekommt keine „Gänsehaut“, wenn gestandene Männer, ja die ganze Kirche, volle Orgel und ein Blasorchester das Lied „Es blüht der Blumen eine…“ schmettern und mit höchster Begeisterung singen, und dabei manche Träne rollt. – Warum eigentlich nicht, die Tränen?

 

Für mich war auch ganz wichtig: Das Heimgehen nach Erreichen des Wallfahrtszieles, das Zurückgehen in die gewohnte Lebensumgebung, in den Alltag.

 

Ich wünsche euch allen eine solch ähnliche Erfahrung.

 

Kevelaer-Fuß-Wallfahrt 8.-15.8.2009

 

Klicke ins Foto, dann öffnet sich das Webalbum.

Hier möchte ich etwas berichten über meine Radtour am Mittwoch dem 5. August 2009. Sicherlich nichts besonderes. Für mich schon. Ich überlegte lange, was ich an diesemTtag machen sollte, ich meine in welche Richtung ich fahren , oder was ich unternehmen sollte. Dann kam mir in den Sinn. dass ich im Vorgebirge, d.h. linksrheinisch bis Köln noch nicht unternommen hatte. Dann nichts wie los. Das Ergebnis könnt ihr in meinem Webalbum nachschauen.

Tor mit dem Rad am 5. August 2009 im Vorgebirge

 

Klick in das Bild, dann öffnet sich das Webalbum.

Unterwegs auf dem Main-Radweg vom 5. bis 11. Juli 2009

Teilenehmer :  Manfred Schmitt, Manfred Kammerer, Hans-Jürgen Penther und Franz Schneider.

 

Nach den guten Erfahrungen vom vergangenen Jahr mit unserer Radtour nach Usedom war es uns bald klar, dass wir im kommenden Jahr wieder eine Radtour machen werden. Wohin?

Jörn meinte, dass der Mainradweg einen guten Ruf hat und ihn viele Radler machen. Tatsächlich hatte ich selbst schon viel über ihn gelesen. Welchen Abschnitt sollten wir nehmen? Für die ganze Strecke Bayreuth – Mainz reichte unsere Zeit nicht. Manfred und ich waren uns auch klar, dass Jörn die Planung in die Hand nehmen sollte.

Gut, Jörn hatte später die Quartiere bestellt. Manfred Schmitt schaute nach der Zugverbindung.

 In der Woche vor Pfingsten hatten wir Gelegenheit uns alle Vier zu treffen. Zum Unterschied vom vergangene Jahr war jetzt Manfred Kammerer noch hinzugekommen. Jetzt waren wir ein richtiges Kleeblatt. -

Der Tag, an dem unser Unternehmen begann, kam sehr schnell. Die anderen Drei starteten von Berlin, ich von St.Augustin. Am Sonntag, dem 5.7. startete ich aber von Coburg, weil ich dort  meine Verwandtschaft noch besucht hatte.  In Lichtenfels trafen wir uns am Spätnachmittag. Und schon ging die „Sause“ los. -

 

Main-Radweg-Tour 5. – 11.7.09

 

Ins Bild klicken, dann öffnet sich das Album.

 

- Ich möchte hier nicht alles haargenau schreiben, was wir so erlebt haben. Einiges habe ich an passender Stelle unter die Fotos geschrieben. So will ich mit diesem Text nur einige Ergänzungen beifügen. -

Wir haten einen herrlichen Sonnentag erwischt. Unsere Stimmung war sehr gut. Was konnte uns sonst noch passieren? Wir radelten munter los. In Zapfendorf wohnten wir im Gasthaus „Drei Kronen“. Wir waren nicht die einzigen Radler. Der Biergarten war voller Leute. Das hing damit zusammen, dass in dieser Woche in Zapfendorf Kirmes gefeiert wurde. Da bietet die Küche in diesem Gasthof jeden Tag etwas besonderes für den Gaumen an. Wir waren vollauf zufrieden. -

Montag, 6. Juli 2009.  Zweiter Tag

Für heute war Regen angesagt. Und er war auch bereits mit dem Frühstück da. Etwas gedrückte Stimmung. Wir wollten uns Zeit lassen. Zuerst mal gemütlich frühstücken. Wir packten unsere Sachen. Holten die Radl aus der Scheune. Warten. Es war nach 10, als es am Himmel etwas lichter wurde. Also, Regenzeug an und los in Richtung Bamberg. Der Regen hörte bald auf. Bamberg erwartete uns. Der Dom faszinierte. Franz wollte ins Diözesanmuseum neben dem Dom. Leider war Montag und so war es geschlossen. Leider. Da war eine Ausstellung von Büchern aus der Bibliothek Zeizs, „Bücherwelten“.  Schade! Franz vermisste auch das „Schlenkerle“. Leider fehlte die Zeit. Weiter gegen Haßfurt. Hier wohnten wir im „Walfisch“.

Dienstag, 7. Juli 2009 – Dritter Tag.

Nach den üblichen Aktivitäten am Morgen, wie ausgiebigem Frühstück und Sachenpacken und auf dem Rad verstauen, zog es uns wieder auf die Strasse. Diesmal stand Schweinfurt bis Volkach/Escherndorf auf dem Programm. Das Wetter sah nicht schlecht aus. In Sand am Main machten wir eine Verschnaufpause. Was hat ein Schweinebrunnen in Sand am Main zu tun? Der gehört doch eigentlich nach Schweinfurt. Soweit ich mich erinnere, gabe es eine „Eis-Schleck-Pause“. Das erschien uns gerade die richtie Stärkung und Erfrischung zu sein.  Das Zentrum von Schweinfurt war uns einer Besichtigung wert. Die Kaffeepause, oder haben wir da richtig Mittag gemacht?, bei „Vorndran“ tat uns wieder gut. Ausserdem gab es gleich wieder Kultur, direkt nebenan in der St. Johannes Kirche (ev.).- „Immer nur weiter, auf staubiger Straß,… immer nur hurtig und munter…..“. Besichtigung der Kapelle von „Maria im Rosenhag“ beschäftigte uns auch (kulturelles Muß). Zuerst wollten wir noch Volkach besichtigen, aber wir verschoben es auf den Abend bzw. auf den nächsten Morgen. So radelten wir weiter bis kurz vor Escherndorf in unser Quartier „Mainaussicht“. Weil der Abend noch nicht angebrochen war, schafften wir es noch, den Vogelsberg zu besteigen, durch die Weinbergslage „der Lump“ hindurch. Schöne Aussicht. – Der Abend brachte uns die erste Begegnung mit dem Boxbeutel. Er mußte ja auch probiert werden. Bei einer fachmännisch vorgetragen Einführung über den Frankenwein, gegeben vom Hauswirt, kamen wir in die richtige Wein-Stimmung. Am nächsten Tag verließ eine grössere Lieferung das Weingut  „Zur Mainaussicht“  in Richtung Berlin. -

 

4. Tag – Mittwoch, 8. Juli

 

Die Zimmer waren schön und sauber. Frühstück. – Sachen auf dem Rad verstauen und ab. Wir beschlossen, nun nicht mehr zu einer Besichtigung von Volkach aufzubrechen, sonder gleich die Fähre in Escherndorf zu nehmen, um auf die andere Mainseite zu kommen. Es fing bald an, leicht zu regnen. Münsterschwarzach. Etwas ausgedehnter Aufenthalt, weil es so viele interessante Dinge zu sehen gab. Dann weiter. Regen hatte aufgehört. Nun kam die Geschichte mit dem Platten von Jörn. Zuerst Versuche, immer wieder Luft hineinzublasen.  Dann an der Fähre Reperatur des Platten. – Übersetzen.  Kurze Zeit später, drohte ein neuer Regenschauer zu kommen. Wir sprinteten. Außerdem suchten wir nach einer Gelegenheit, einen Mittagsimbiss einzunehmen. Beim Zehnthof in …. fanden wir ihn. Da hatte uns der Regen eingeholt. Aber da gab es Gartenschirme. So servierte uns der Wirt dann doch draußen. Fähre nach…… Wir näherten uns Ochsenfurt. Im „Schmied“ war unser Quartier. Abendlicher Spaziergang durch das mittelalterliche Städtchen. -

 

5. Tag – 9. Juli 2009 – Donnerstag

Ochsenfurt – Würzburg.

Manfred und ich hatten ein Mini-Zweibettzimmer unterm Dach (juchhee!). Wirklich im entlegensden Winkel. Doch weil wir müde waren, schliefen wir gut. Am nächsten Morgen blockierte uns etwas. Wir wurden mit dem Einkaufen nicht fertig. Dann mussten wir die Kathl. Kirche noch besuchen. Endlich ging es los. – Sommerhausen Turmtortheater nur von außen. – Ein Regenschauer erwischte uns bald. Unser hoffnungsloses Dach war die Autobahnbrücke der A-3. Half aber nicht viel. Unser frühes Ziel war Würzburg. Dort wollten wir möglichst bald am Tag sein. Deshalb war wohl der Abschnitt Ochsenfurt-Würzburg der kürzeste. Dank der guten Führung von Jörn fanden wir auch bald das „Hotel St.Josef“. In unseren Zimmern wurde noch gearbeitet (Putzfrauen). Deshalb Gepäck abstellen uns schnell wieder zum Stadtbummel aufmachen. -Dom, sämtliche Kirchen im Umfeld, die Residenz, dann hinauf zur Marienburg. Alles machten wir geruhsam und ohne Hetzte. Sogar ein vernünftiges Plätzchen für eine Kaffeepausen fanden wir noch.  Zum Abendessen in die Ratsstuben. Dann wollten wir noch zum Tagesabschluß in das Julius-Spital (aber nur in die Weinstuben). Alles an diesem Tag schien gelungen. Wir waren vollauf zufrieden.

 

6. Tag -  10. Juli 2009 – Freitag

Würzburg bis Lohr (Steinbach).

Schöner Frühstücksraum in einer Art Wintergarten. Die Sonne zeigte sich wieder. Bald Abfahrt. Aber irgendwie hatten wir heute auch wieder unseren Regentag. Ganze zweimal mußten wir uns unterstellen.

Einmal bei dem Weihnachtsbriefmarken-Weg ausgerechnet in Himmelsstadt. Kurze Zeit wieder ein Schauer. Hier mußten Obstbäume zum Unterstellen herhalten. „Immer nur weiter auf regennasser Straß, ……uns geht die Sonnen nicht unter….“ In Gemünden noch eine Kaffeepause auf dem Marktplatz. Aber der Zwetschgenkuchen schmeckt uns heute nicht besonders. Es war wohl etwas kühl. – Bald waren wir in unserem Quartier, dem „Adler“ in Steinbach. Jörn wollte uns anderen Drei noch zu einem Fototermien nach Lohr bewegen, aber wir waren nicht mehr hochzukriegen. Das mußte  Jörn dann alleine machen. Weil es Freitagabend war, gab es ein volles Haus. Viele Radler. Auch der ganze Hof stand voller Räder. Aber vermutlich war das Gasthaus eine Radlerstation mit Depot. In guter Erinnerung habe ich noch den etwas windigen Abendspaziergang in die Dämmerung hinein und hinunter an die Staustufe. Dort fuhr wieder ein Riesenschiff aus der Schleußenkammer heraus. -

 

7. Tag,  Samstag, 11. Juli 2009

Der Tag der Heimreise.

Lohr- Menden und Gemünden-Berlin.

Aber noch mußten wir das Rad benutzen, Franz nach Lohr und Manfred K. ,Manfred S. und Jörn nach Gemünden.

 

Ja, das war es dann wohl schon. Habe ich etwas vergessen? Das ist eine wichtige Frage an meine anderen drei Kollegen. Ohne Zweifel lassen sich in diesen Bericht noch viele schöne Eindrücke einfügen. -

 

Danke fürs Lesen der Texte und Betrachten der Bilder.