Hatte ich doch Gelegenheit, am 11. September 2008 meinen Geburtsort zu besuchen. Davon möchte ich euch jetzt etwas berichten. Ein Kollege, der aus Polen stammt (Schlesien) und mein Nachbar in Tamale/Yendi (Ghana) war, hatte mich zu sich und seiner Familie in die Nähe von Kattowitz eingeladen. Kurz entschlossen sagte ich zu. Für drei Tage machten wir Station in Neiße (Nysa) bei unseren Mitbrüdern und Mitschwestern. So unternahmen wir einen Tagesausflug in die Sudetenberge. Zunächst besuchten wir Zuckmantel (Slate Hory). Dort wohnte Onkel Josef (mütterlicherseits). Er war dort Schneider. Seine Frau Emma hatte einen kleinen Kiosk in „Maria Hilf“. An den Wallfahrtstagen packte sie ihre „Hutsche“ und pilgerte den Kreuzweg durch den Wald hinauf zur Wallfahrtskirche. Wir, unsere Familie, kam von der anderen Talseite, aus dem Goldoppatal herauf von Kammer, Hermannstadt nach „Maria Hilf“. Dort trafen wir Tante Emme, die uns dann gleich mit einigen Kostbarkeiten und Leckereien bestens versorgte. In 1991 war ich mit meinen beiden ältesten Brüdern an dieser Stelle. Damals war noch alles dem Erdboden gleich. Ein Jahr später, unsere Mutter war dabei, gab es dort schon einige Veränderungen. Requisiten von einem Altaraufbau lagen herum. Kurz zuvor hatte dort der erste Wallfahrtsgottesdienst stattgefunden. Es war bekannte, dass man die Wallfahrten wieder eröffnen und sogar das Kirchengebäude wiedererrichten wolle. Nach Besichtigung der Anlage, die Kirche war offen, weil gerade eine Gruppe Pilger eintraf, das obligatorische Wallfahrtsbier musste noch getrunken werden. Das alles machte auf mich einen sehr positiven Eindruck, wie hier wieder gewallfahrtet und gebetet wird. – Nun weiter ins Goldoppatal nach Kammer (Komora). Die Fahrt hinunter zeigte mir, dass wir doch in einer landschaftlich sehr reizvollen Gegend gewohnt haben. Dann waren wir an „unserem Häuschen“. Die jetztigen Eigentümer waren zu Hause.
Wir „radebrechten“ mit unseren begrenzten Sprachkenntnissen. Mein Kollege sprach polnisch, und er konnte sich einigermassen verständlich machen. Auch einige mitgebrachte Fotos von früheren Besuchen halfen, einiges an Informationen zu bekommen. Im Haus meines Onkels (Vaterseite) im Kammergrund war niemand zu Hause. Das Haus sieht aber von aussen sehr schön aus. In der „Waldesruh“ machten wir Mittag. Die Katholische Kirche in Hillersdorf (Holcovice) sieht „mitgenommen aus“. Sie fangen aber an, zu renovieren. So waren einige Zimmerleute an der Arbeit, die einen Teil des Daches über dem Altarbereich abgedeck hatten und das Dachgebälk erneuerten.
Wir fuhren jetzt nach Olbersdorf (Mesto Albrechtice), um vor dem Krankenhaus eine „Gedenkminute“ einzulegen, denn dort wurde ich ja bekanntlich am 7.5.1941 geboren. Es waren damals Borromäerinnen da, die den Krankendienst versahen. Sie gibt es noch in Jauernik.
Wir fuhren wieder zurück ins Goldoppatal. Die Goldoppa ist jetzt überall an den Uferböschungen gut befestigt. Strassen, Brücken und Häuser sind wieder in gutem Zustand, nach dem Hochwasser von 1997.
Nun fuhren wir seitlich in Richtung Neudörfel hinauf und dann nach Karlstal (Karlovice) hinunter. Dann über Würbenthal (Vrbno pod Pradedam) nach Karlsbrunn ( Karlova Studanka). Der Ort sieht sehr sauber ist, die alten hölzernen Kurhäuser sind in gutem Zustand und sehen schön aus. Dann über die Gabelkirche hinunter und zurück nach Freiwaldau( Jesenik). Eine neue Umgehungsstrasse führt direkt an die ehemalige Grenze nach Polen. In Niklasdorf (Mikolovice) machten wir an der Kirche Halt und gedachten unserer Mutter (Gottwald). -
Eine interressante Sache möchte ich noch berichten. Am nächsten Tag gaben uns die Schwestern aus Neiße einen „Heißen Tip“. Sie luden uns ein, nach Ziegenhals (Glucholazy) mitzukommen. Von dort fuhren wir in ein kleines Bachtal, das an der Grenze entlang der Strasse nach Zuckmantel liegt. Dort ist der kleine Fluß, teilweise gestaut und bildet kleine Teiche. Es gibt dort Hotels, Ausflugslokale und Campingplätze. An einem kleinen Terassen-Gasthaus machten wir Mittag. Die frischen Forellen schmeckten ausgezeichnet. - Das war es.
http://picasaweb.google.de/schneiderf06/BesuchMeinesGeburtsortesImKammerKomora
Klick auf die Webside-Adresse meiner Web-Alben, dann erscheinen die Fotos.





Oktober 15, 2008 at 6:31
Hallo Franz,
ist sehr schön deinen Bericht zu lesen. Man bekommt ja richtig Laune auch mal dorthin zu fahren und auf den Spuren der Vorfahren zu wandeln.
Schönen Gruß aus Forchheim
Januar 4, 2009 at 10:17
Hallo Franz,
bin hier bei meinem Sohn Bernd in Tölz zu Besuch und hatte endlich mal die gelegenheit deinen Bericht über Kammer zu lesen und die Fotos anzuschauen. Wir hoffen das wir dieses Jahr es auch schaffen Kammer zu besuchen.
Alles weitere und neuigkeiten in einem Brief.
Viele Grüße Josef Irmard und die Tölzer die ja jetzt zu 3 sind.